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Handelsblatt:

Die Deutsche Börse schafft ein neues Segment

Verehrte Anleger und Investoren!

Die Deutsche Börse will mit einem neuen Segment ab 1. März 2017 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) den Zugang zum Aktienmarkt erleichtern.

Das neue Marktsegment soll den seitherigen „Entry Standard“ ersetzen, hat aber noch keinen Namen. Obwohl der Begriff „Neuer Markt“ als Name eigentlich nahe liegt, wird man ihn sicher nicht nehmen. Unter dem Namen „Neuer Markt“ hatte die Deutsche Börse in den späten 90er Jahren ein Handelssegment eingerichtet, das später bei vielen Anlegern in unguter oder sogar schmerzlicher Erinnerung blieb. Nach einem anfänglichen Höhenflug kam ein Absturz, der das Börsenklima für einen langen Zeitraum nicht unerheblich belastet hat. Insofern möchte man nicht mit dem Namen „Neuer Markt“ an diese Zeiten erinnern.

Ziel des neuen Börsen-Segments soll sein, den deutlich gestiegenen Kapitalbedarf der kleinen und mittleren Unternehmen besser zu decken. Der Chef der Deutschen Börse Carsten Kengeter erklärte, mit diesem Angebot bringe man die Unternehmen mit Investoren zusammen und schaffe damit für diese einen besseren Zugang zu Risikokapital.

Die Initiative wurde vom Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) ausdrücklich begrüßt. Er zeigt sich zuversichtlich, dass das neue Segment entscheidend dazu beitragen kann, wieder mehr Börsengänge von jungen innovativen Wachstumsunternehmen zu sehen.

Mit dem neuen Angebot, das am 1. März 2017 starten soll, will die Börse aber die Fehler der Vergangenheit vermeiden. Das neue Segment soll zwar Teil des sogenannten „Freiverkehrs“ sein, es soll aber nicht jeder Interessent aufgenommen werden. Es werden strengere Berichtspflichten gelten, als beim sogenannten „Entry Standard“.

Unternehmen, die aufgenommen werden wollen, müssen mindestens drei von fünf Kriterien erfüllen. Zu diesen Kriterien zählen zum Beispiel, dass die Firmen mindestens 20 Mitarbeiter, ein positives Eigenkapital und mindestens 10 Millionen Jahresumsatz haben sollen. Außerdem müssen sich die Unternehmen zu vergleichsweise großer Transparenz verpflichten. Dazu gehören etwa regelmäßige Aktienanalysen, die von der Börse in Auftrag gegeben und auch bezahlt werden, und nicht von den Unternehmen selbst. Damit sollen Interessenkonflikte verhindert werden.

Für die Einführung des neuen Marktsegments gab es auch starken politischen Druck. Im Koalitionsvertrag hatte sich die Bundesregierung vorgenommen, einen „Neuen Markt 2.0“ ins Leben zu rufen. Vor diesem Plan scheute sich die Börse in Erinnerung an die dunklen Zeiten der Vergangenheit lange. Nun hat man mit dem neuen Segment eine Lösung gefunden. Im Augenblick noch ohne Namen, aber sicher nicht mit dem Namen „Neuer Markt“.

Allerdings sind mit dem neuen Segment die Bedürfnisse der Firmen, die die Eingangsvoraussetzungen nicht erfüllen, nicht abgedeckt. Deshalb ist es gut zu wissen, dass auch für die Unternehmen, die eben keine 20 Mitarbeiter und mindestens 10 Millionen Euro Jahresumsatz haben, Finanzierungsmöglichkeiten außerhalb des Bankenbereichs bestehen. Der Beteiligungsmarkt bietet mit einer Privatplatzierung von verschiedenen Beteiligungsformen gute Möglichkeiten, den Finanzierungsbedarf der kleineren Unternehmen mit sogenanntem „Mezzanine-Kapital“ abzudecken.

Nähere Informationen erhalten sie bei der Dr. Werner Financial Service AG www.finanzierung-ohne-bank.de

Ihr Klaus-D. Hildebrand

- Vorstand Hi-Tech Media AG -

Unternehmen Branche Rendite
HeGros GbR Einzelhandelskette für Design-Vinylböden 6%
BadenInvest Consulting GmbH Photovoltaik 5,25%
INSU KG Immobilien 6%
RV Energy Project GmbH regenerativen Energien 6%
ATI Advanced Technology International AG Elektro-Maschinen/Fahrzeuge 5,5%
Die FINANZarchitekten GmbH Vermögensplaner 5,5%
duobloq Energie GmbH Energieerzeugung 5,5%
  Dr. med. dent. Ingmar Nick Oralchirurgie 6,5%
Knott Maschinen- und Anlagenbau GmbH & Co KG Maschinenbau 6%
Agrar Projekt Rauch Landwirtschaft 6,5%
Immobilienkontor Deutschland GmbH Immobilien 4,25%
Kristina Schultheiß Vertrieb von systemgastronomischen Fast-Food Produkten 5,5%
MG Grundbesitz GmbH Immobilien 5%
Schlossallee Immobilien AG Immobilien 5,5%
Gästehaus Nordwest UG Immobilien 5,5%
bio-filter-development-gmbh Biologische Filter 5,5%
connect GmbH Multipartnerprogramm mit Kundenbindung 9%
Zapf-Hof GmbH Landwirtschaftliche Erzeugergemeinschaft 6%
K2i Immobilienmanagement GmbH Immobilien 6%
BANGKA ISLAND Investitions GmbH & Co KG Förderung von Zinnerz 6%
ALLGEIER HOLZ Spielplatzgeräte & mehr Spielgeräte aus Holz 6,5%
B.I.R. Biologische Industrie Reinigung KG Bio-Betriebs-Klärwerk 6%
Log4Real AG Logistikimmobilien 5,5%
X-Rider Fahrrad-Einzelhandel 6%
Störmer GmbH erneuerbare Energien 5,5%
4p Verwaltungsgesellschaft mbH Immobilien 6,5%
M&M Invest GmbH erneuerbare Energien 5,5%
Wohngemeinschaft Schorfheide 1 EWIV & Co. KG Wohngemeinschaftshaus 6,5%
Aviation Marketing Consulting e. K. Luftverkehrs-Beratungsunternehmen 6,5%
COMOG KG 10.000 ha große Farm 6,5%
First Profit Immobilien 6%
Markando Finanz AG Finanzdienstleistungen 6,5%
RPS GmbH Robot Protection Systems Schutzhüllen für Industrieroboter 6,5%
Innotherm Deutschland GmbH Wärmepumpen 6,5%
Wasserburger Biokaese Manufaktur GmbH Käseherstellung 7%
Trilea GmbH exklusiven Villen, Reihenhäuser und 40 Wohnungen 6,5%
Boulderhaus Mittweida KG Indoor-Boulder- und Kletterhalle mit angeschlossenem separatem Spa- und Wellnessbereich 6,5%
Cycle Service Werner Ries e.K. Fahrrad-Einzelhandel 6%
A 45 Handels GmbH Medizintechnik 7%
Protarius Capital GmbH Digitale Werbedisplays 10,00 %
Hogan Carpets Teppichverlegung für Großobjekte 6,5%
SP IMMOBILIEN GMBH Immobilien 6%
Biermanufaktur Tangermünde KG Aufbau einer Gasthausbrauerei mit 140 Plätzen in Lounge, Bar und Bankettraum sowie die Schaffung einer regionalen Biermarke. 6,5%
Willmstec AG Feuerschutz 6,5%
LUPUS AG Plantagen aus Kiribäumen 6,5%
Cautillo, Rech und Pennimpede GbR exklusiven Villen, Reihenhäuser und 40 Wohnungen 6,5%
Nürminger Immo & Konzept GmbH Komplettmodernisierungen und Neubau-Immobilien 6,5%
Varna Estates GmbH ist Inhaber der Master-Franchise-Rechte des ERA Franchise-Systems für Rumänien Wohnimmobilien 6,5%
Dr. Bernhard Dierse Augenarzt 6,5%
MIKRAL AG Produktion und Verarbeitung von Mikroalgen 6%
Logokett GmbH elektronische Artikelsicherung EAS 6%
Innotech Performance Exhaust Europe GmbH Herstellung, die Produktion und der Vertrieb sowie der Großhandel mit Klappen-Abgas-Systemen 6,5%
Imperion Sicherheitsdienst GmbH & Co. KG Sicherheitsdienst 6%
Leitermann GmbH & Co Fachmarkt KG Bau-, Fach- und Gartenmärkte 5%
RESTAURA REAL ESTATE GmbH Immobilien 6,5%
Treasure Management Immobilien KG Restaurierung und Erhaltung von Immobilien 5,5%
360-G GmbH 360° Projektionstechnologien 6,5%
Die Subito Assistenz Kommanditgesellschaft Immobilienwirtschaft 5,75%
von Massenbach Objektentwicklungsgesellschaft mbH Immobilien 6,5%
CAMELINA POWER AG Biokerosin 6,5%
Getränkelieferservice Thomas Sticher Getränke Lieferservice 6%
ReKW Energieservice GmbH Erneuerbare Energien und Energieversorgung 6,5%
Schilling GmbH & Co. KG PTFE & PFA Kunststoffauskleidungen von Rohrleitungsteilen 6,5%
Angerland-Akustik Bau GmbH & Co KG Akustik- und Trockenbauarbeiten 6,5%
Gründach Immobilienbeteiligung GmbH Immobilien im Saar-Lor-LUX Raum 4,25%
ARKLAS Pfandkredit GmbH modernes Pfandleihhaus 6,5%
Reha-Klinik "Sonnenhof" Bad Iburg GmbH & Co. KG QMP-REHA-zertifizierte Rehabilitations­klinik 6,5%
Koburger Str. 13 Bestandsgesellschaft mbH Immobilien in Leipzig 6,5%
Ehbrecht Beteiligungsgesellschaft mbH Beteiligungen an verschiedenen Unternehmen und Immobilien 6,5%
Armbröster Projekt- und Vertriebsmanagement Projektmanagement zur Durchführung von Tiefenbohrungen in Untertagelagerstätten 6,5%
PGG Planungsgesellschaft Gladbeck mbH Seniorenwohnen 6,5%
Purosense Konzept und Marketing GmbH Herstellung und Vermarktung des eigenen orthopädischen Schlafsystems 6,5%
AndräHaus Fertighausbau-Hersteller 6,5%
Phoenix Invest GmbH Immobilien aus Verwertungen mit einer Neuausrichtung bzw. Restrukturierung 6,75%
Schirm & Collegen Deutsches Unternehmer-Kontor GmbH Unternehmensberatung und Unternehmensbeteiligung 6,5%
P.B.G. Immobilien-Wohnbau-Invest-Gesellschaft KG Einfamilien-, Mehrfamilien-, Reihenhäuser, Eigentumswohnungen 6,5%
TACIAK AG elektrotechnische Spezialfabrikation 6%
TELEFUNKEN Solar Sales GmbH Solarenergie 6,5%
SleepySleepy INVESTMENT Holding GmbH Hotels für Business-, Firmen- und Messegäste 6,5%
Campingplatz Buck & Sohn KG Campingplatz "Grosser Weserbogen" 6%
K-FORM Beauty Medical Equipment e.K. Kosmetik- und Medizintechnik 9%
Halbach Real Estate GmbH Seniorenwohnen 6,5%
EUSAG AG Umwelttechnologien und Windkraftanlagen 6,5%
Easy Handel und Verwaltung AG nachhaltige Bewirtschaftung von Waldflächen 5,5% p.a.
ATSFC GmbH erneuerbaren Energien, Rohstoffgewinnung, technische Anlagen , Transportlogistik 6,5% p.a.
Erfolgsevents GmbH Veranstaltungsmanagement 7,5 % p.a.
Santec H.D. Sprinkmann GmbH & Co. KG Fertigung von Arbeitsplatten für Küchen-, Labor- und Inneneinrichter 5,5% p.a.
IVG Immobilien Verwaltungsgesellschaft mbH Ostsee Erwerb und Bewirtschaftung von Wohn- und Gewerbeimmobilien 6,5 % p.a.
DRS Postservice lizenzierte Postdienstleistungen 5,5 % p.a.
A.I.H Holding GmbH Kraftwärmekopplungs-Anlagen 7,6 % p.a.
ibs Immobilien und Bauträger Service GmbH Bauträgergeschäft 7,5 % p.a.

aktuelle Börsenkurse von

Anlegermessen, Finanzmessen bzw. Börsentage in Deutschland

Börsentag 2017, Dresden
Messe für Privatanleger und Profis
Zutritt: Publikumsmesse
21. Januar 2017

Internationales Congress Center
Dresden, Deutschland

Börsentag 2017, Frankfurt am Main
Messe für Privatanleger und Profis
Zutritt: Publikumsmesse
04. Februar 2017

Kongresshaus Kap Europa
Frankfurt am Main, Deutschland

Börsentag kompakt 2017, Hannover
Messe und Vortragsveranstaltung für Privatanleger
Zutritt: für Fachbesucher und Privatbesucher
18. Februar 2017

HCC - Hannover Congress Centrum
Hannover, Deutschland

Anlegertag 2017, Düsseldorf
Die Privatanlagermesse
Zutritt: Publikumsmesse
11. März 2017

Classic Remise
Düsseldorf, Deutschland
AIF-Fonds gemäß KAGB und die Unterscheidung zu den BaFin-Fonds-freien Unternehmen

von Dr. Horst WERNER, Göttingen

Dr. Horst Werner

Das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB ) trägt einen irreführenden und täuschenden Namen, so Dr. Horst Werner ( http://www.finanzierung-ohne-bank.de/ ) bzw. eine fehlerhafte Bezeichnung, denn es ist nur ein Gesetz über alle Formen von Fonds, die lediglich eine Sparte von Kapitalanlagen darstellen. Das KAGB regelt somit nicht alle übrigen Formen von Kapitalanlagen, wie z.B. Aktien- oder Anleihe-Emissionen, Options-Emissionen, Genussschein-Emissionen etc.. Das KAGB wurde 2013 als neues einheitliches „Fondsgesetzbuch“ zur Umsetzung mehrerer EU-Richtlinien verabschiedet und ist seit dem 22. Juli 2013 in Kraft. Dadurch erhielt die gesamte Fondsbranche in Deutschland für die bereits bisher BaFin-lizensierten sogen. Investmentfonds mit insolvenzgeschütztem Sondervermögen ( früher bezeichnet als Kapitalanlagegesellschaften ) und für die bisherigen freien Fonds ein einheitlich geltendes Fondsgesetz als Ersatz für das alte Investmentgesetz.

Der Fondsbegriff des KAGB wird durch das sogen. „Investmentvermögen“ im § 1 KAGB materiell bestimmt. Unter dem Fondsbegriff  ist nunmehr „jeder Organismus ( typisches Juristendeutsch ) für gemeinsame Anlagen zu verstehen, der von einer Anzahl von Anlegern Kapital einsammelt, um es gemäß einer festgelegten Anlagestrategie zum Nutzen dieser Anleger anzulegen bzw. zu investieren“. Operativ tätige Unternehmen mit einer offenen Investitionsstrategie außerhalb des Finanzsektors, deren Hauptzweck nicht das Geldeinsammeln am Kapitalmarkt ist, sind somit keine Fonds im Sinne des KAGB und bilden deshalb auch kein Fonds- bzw. Investmentvermögen. Sie sind vom KAGB ausgenommen und bedürfen keiner BaFin-Erlaubnis.

Durch die Neuregelung wurden nun alle Fonds, ob Publikumsfonds oder Spezialfonds, Wertpapierfonds oder Privatfonds einem einheitlichen Regelwerk unterstellt. Vor der letzten Lesung im Bundestag hatte der Finanzausschuss noch mehrere Änderungen am Entwurf des KAGB vorgenommen. Die Novellierung der Kapitalanlage-Vorschriften geht zurück auf die Umsetzung einer entsprechenden EU-Richtlinie – der sogen. AIFM-Richtlinie – zur europäischen Vereinheitlichung des gesamten Fonds- und Vertriebswesens. Ferner wurden die Regelungen des Europäischen Parlaments und des EU-Rates zur Koordinierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften betreffend gemeinsame Anlagen in Wertpapieren – die sogen. OGAW-Richtlinie – in das neue Kapitalanlagegesetzbuch integriert.

Durch das KAGB wird z.B. das bisherige „Investmentgesetz“ abgelöst und insbesondere werden auch die gesetzlichen Regeln für private, außerbörsliche Fonds vom freien Kapitalmarkt, also für die klassischen geschlossenen Fonds wie die Immobilien-, Film- oder Schifffonds gesetzlich mit Zulassungsauflagen durch die Bankenaufsicht neu geregelt. Im Kapitalanlagegesetzbuch wird die Kommanditgesellschaft erstmals als neue Investmentfonds-Rechtsform zugelassen und dem klassischen Fondskonstrukt am freien Kapitalmarkt – der Fonds GmbH & Co KG – Rechnung getragen. Damit werden auch alle privaten Fondsgesellschaften unter die Kontrolle der BaFin und die Zulassungsgenehmigung durch die Bankenaufsicht gestellt. Das ist eine substantiell, qualitative Änderung, die viele als „Paradigmenwechsel“ bezeichnen. Jetzt sind nicht nur die klassischen Investmentfonds, die in börsennotierte Finanzinstrumente investieren, als OGAW-Fonds ( Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapiere ) geregelt, sondern auch die (privaten) Fonds, die in nicht wertpapierverbriefte Vermögensanlagen als Sachwerte ( wie Immobilien, Schiffe, erneuerbare Energieanlagen, Windparks etc. ) investieren, als sogen. AIF-Fonds gesetzlich geregelt und unter die staatliche Aufsicht der BaFin gestellt. Insgesamt waren Änderungen von 24 Gesetzen ( z.B. des Investmentsteuergesetzes ) erforderlich und Folgeänderungen in 21 weiteren Gesetzen aufgrund des KAGB enthalten. Viele Änderungen sind lediglich eine Anpassung an die neue Terminologie des Kapitalanlagegesetzbuchs.

Das erst vor einigen Jahren neu beschlossene Investmentgesetz über die BaFin-lizensierten Investmentgesellschaften ( Vorläufer war das Gesetz über die Kapitalanlagegesellschaften KAGG ) wird von dem KAGB vollständig ersetzt; viele Bestimmungen werden dort weitestgehend übernommen. Das Kapitalanlagegesetz gilt künftig für jede Art von Fonds, also auch für die Alternativen Investmentfonds (AIF – dazu zählen insbesondere die bislang unregulierten geschlossenen Fonds mit Investitionen in reine Sachwertanlagen oder in nichtbörsennotierte Unternehmensbeteiligungen).

Ein BaFin-zulassungsfreies Unternehmen, welches vom KAGB ausgenommen ist, muss mit seinem Unternehmensgegenstand auf eine aktive, operative Geschäftstätigkeit ausgerichtet sein und darf nicht in dem passiven Halten von Vermögenswerten – gepoolt durch Anlegergelder – bestehen. Ein auf Umsatztätigkeit – durch Dienstleistungen, Produktion oder Handel durch An- und Verkauf ( Warenumschlag ) – angelegtes Unternehmen unterfällt nicht dem neuen Fondsgesetzbuch KAGB. Dementsprechend kann ein Immobilien-Bestandsunternehmen, wenn es sich überwiegend über Anlegerkapital refinanziert, einen zulassungsbedürftigen AIF-Fonds darstellen, auch wenn keine KG-Anteile ausgegeben werden. Dagegen stellt ein Immobilienunternehmen, in dem geplant, projektiert, gebaut und An- und Verkauf von Immobilien betrieben wird auch dann ein BaFin-zulassungsfreies „operativ tätiges Unternehmen“ dar, selbst wenn es sich in der Rechtsform einer GmbH & Co KG befindet und Kommanditanteile am Kapitalmarkt zur Finanzierung der Investitionen platziert. Das Vorliegen einer bestimmten Rechtsform ist für das Bejahen eines Fonds-Organismus nicht erforderlich. Es ist ohne Bedeutung, in welchem Rechtsstatut das Investment- oder Fondsvermögen geführt wird; in welcher Vertragsform oder Satzungsform oder irgendeiner anderen Rechtsform errichtet ist und welche Rechtsstruktur das Fondsvermögen hat. Daraus folgt, dass alle denkbaren Rechtsformen (z.B. Kapitalgesellschaften, Personengesellschaften oder Gesellschaften bürgerlichen Rechts) vom Begriff des Fonds-Organismus erfasst sein können, auch wenn die GbR nach KAGB nicht zulässig ist. Es kommt also nicht auf die “äußere” Rechtsstruktur, sondern auf die satzungsmäßige und tatsächlich durchgeführte Tätigkeitsstruktur an, ob ein KAGB-Fonds oder ob ein KAGB-freies operativ tätiges Unternehmen vorliegt ( siehe ausführlich zum Anwendungsbereich des KAGB und zum Begriff des “Investmentvermögens” das Auslegungsschreiben der BaFin ).

Ferner ist unbedeutend, in welcher Rechts- oder Anlageform der Anleger an dem Unternehmensvermögen beteiligt ist. Die Beteiligung des Anlegers kann gesellschaftsrechtlich, mitgliedschaftlich oder schuldrechtlicher Natur sein. Folglich ist jede Art der Beteiligung des Anlegers denkbar (z.B. stille Beteiligung, Genussrecht oder Schuldverschreibung). Ein Bestandshalter-Immobilienunternehmen, das sich überwiegend über stille Beteiligungen oder Genussrechte am Beteiligungsmarkt finanziert, unterfällt somit dem Fondsbegriff des neuen KAGB. Wird das Fondsvolumen unter Euro 100 Mio. Liegen, ist aufgrund der Bereichsausnahmen keine BaFin-Zulassungspflicht gegeben ; vielmehr reicht eine bloße Anzeige und Registrierung des Fonds bei der BaFin aus. Die BaFin-Anzeige ist nicht erforderlich, wenn Dritte über eine öffentliche Platzierung keine Gewinnbeteiligungen eingeräumt bekommen ( also keine stillen Beteiligungen oder Genussrechte oder KG-Anteile ausgegeben werden ). Dann liegen keine „gemeinsamen Anlagen“ und keine Gewinnpoolung vor, so dass ein wesentliches Fonds-Merkmal fehlt.

Ob bei größeren AIF-Fonds die jeweilige Rechtsform ( grundsätzlich ausgeschlossen ist die Rechtsform der GbR ) auch genehmigungsfähig ist, ist eine andere Frage. Liegt ein Investmentvermögen vor, sieht das KAGB grundsätzlich nur bestimmte Rechtsformen vor, in denen dieses ohne jede Nachschusspflicht aufgelegt werden darf. Weitere Informationen erteilt Dr. Horst Werner unter dr.werner@finanzierung-ohne-bank.de .

 

 

 

 

 

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Unsere Dienstleistungen beim Kauf einer Vorratsgesellschaft:

  • AG, GmbH und KG neu eingetragen oder mit auch teils älteren Gründungsjahren
  • Beratung bei der für Sie geeigneten Rechtsform (GmbH, AG oder KG)
  • Anpassung der Satzung an Ihre Bedürfnisse bzw. an den Kapitalmarkt
  • Vorbereitung des Notartermins und der Übernahmeverträge.

Frankfurter Kommentar zum Kapitalanlagerecht Band 1: KAGB (Kapitalanlagegesetzbuch)

Moritz / Klebeck / Jesch

Dieser Kommentar bildet das neue KAGB praxisnah und umfassend ab

2016. Buch. LXII, 4997 S. In 2 Teilbänden im Schuber. Hardcover
Deutscher Fachverlag GmbH, Fachmedien Recht und Wirtschaft ISBN 978-3-8005-1570-7

zum Werk
Die europarechtlichen Vorgaben der viel beachteten und diskutierten AIFM-RL (Richtlinie 2011/61/EU über die Verwalter alternativer Investmentfonds) hat der deutsche Gesetzgeber zum Anlass genommen, das deutsche Investmentrecht insgesamt auf ein neues Rechtsfundament zu stellen.

Das am 22.7.2013 in Kraft getretene Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) löst dabei nicht nur das Investmentgesetz mit seinem beschränkten Anwendungsbereich ab, sondern zielt auf ein geschlossenes Regelwerk für Investmentfonds und ihre Manager. Unter Aufhebung des Investmentgesetzes werden nicht nur die Regelungen zur Umsetzung der OGAW-RL (Richtlinie des Rates vom 20. Dezember 1985 zur Koordinierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften betreffend bestimmte Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren) in das KAGB integriert und in Umsetzung der AIFM-RL umfassende Regelungen für Manager von sog. AIF (alternativen Investmentfonds) geschaffen, es ist nunmehr auch eine Regulierung der offenen und geschlossenen Investmentfonds selbst im KAGB vorgesehen.

Dieser Kommentar bildet das neue KAGB, unter Berücksichtigung des im März 2016 in Kraft getretenen OGAW-V-UmsG, praxisnah und umfassend ab.

Der Titel in Kürze

  • Praxisnah, mit wissenschaftlicher Fundierung
  • Umfassende Kommentierung
  • Autorenteam aus ausgewiesenen Spezialisten

Zielgruppe

Kapitalanlagegesellschaften, Emissionshäuser, Investmentfonds, Initiatoren geschlossener Fonds, private und institutionelle Investoren, Geschäfts- und Investmentbanken, Vermittler von Kapitalanlagen, Asset Manager, Depotbanken, Versicherungen, Pensionsfonds sowie Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, ebenso wie Bankenverbände, Aufsichts- und Finanzbehörden

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